Die Fassadendämmung ist eine der wirkungsvollsten Sanierungsmaßnahmen: Sie reduziert Heizkosten dauerhaft, verbessert den Wohnkomfort und steigert den Immobilienwert. Wir zeigen, welche Systeme es gibt, was sie kosten und wie Sie bis zu 20 % Förderung erhalten.
Warum Fassadendämmung so wirkungsvoll ist
Über die Außenwände eines unsanierten Altbaus gehen typischerweise 20–30 % der Heizwärme verloren. Eine ordentlich ausgeführte Fassadendämmung kann diesen Verlust um bis zu 80 % reduzieren und den Heizenergiebedarf des Gesamtgebäudes um 15–25 % senken.
Hinzu kommen weitere Vorteile: Das Gebäude erwärmt sich im Sommer langsamer, die Oberflächentemperatur der Innenwände steigt (angenehmer Komfort), und das Risiko von Schimmelbildung in Außenwandecken sinkt deutlich.
Die drei Systeme im Vergleich
1. Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS / Außendämmung)
Das WDVS — auch „Wärmedämmverbundsystem“ oder umgangssprachlich „Styropor-Fassade“ — ist die häufigste Lösung. Dämmplatten werden auf die Fassade geklebt und gedübelt, anschließend verputzt.
- Typische Materialien: EPS (Styropor), Mineralwolle, Holzfaser, PIR
- Dämmstärke: 10–25 cm (je nach Ziel-U-Wert)
- Kosten: 80–180 €/m² (inkl. Material und Montage)
- Vorteil: Keine Wohnflächenverluste, bewährtes System, günstig
- Nachteil: Baustellenaufwand, Gerüst nötig, Verarbeitung kritisch
2. Vorhangfassade / Hinterlüftete Fassade
Zwischen Dämmung und Außenverkleidung (Holz, Faserzement, Klinker) befindet sich eine Luftschicht. Diese „atmet“ und verhindert Feuchtigkeitsschäden.
- Kosten: 150–300 €/m²
- Vorteil: Sehr langlebig, vielfältige Gestaltung, feuchteresistent
- Nachteil: Höhere Kosten, mehr Planungsaufwand
3. Innendämmung
Wenn eine Außendämmung nicht möglich ist (Denkmalschutz, Grenzabstände, WEG-Beschlüsse), kann eine Innendämmung die Lösung sein.
- Kosten: 50–120 €/m²
- Vorteil: Kein Gerüst, einzelne Räume sanierbar
- Nachteil: Wohnflächenverlust, bauphysikalisch komplex, Schimmelrisiko bei Ausführungsfehlern
Kosten der Fassadendämmung: Was Sie einplanen müssen
| Gesamtfläche Fassade | WDVS (10 cm) | WDVS (16 cm) | Vorhangfassade |
|---|---|---|---|
| 100 m² | 8.000–12.000 € | 10.000–16.000 € | 15.000–25.000 € |
| 200 m² | 16.000–24.000 € | 20.000–32.000 € | 30.000–50.000 € |
| 350 m² | 28.000–42.000 € | 35.000–56.000 € | 52.000–87.000 € |
Hinweis: Alle Preise inkl. Gerüst, Montage und Putz/Verkleidung. Ohne Fenster und Dachgesims. Regionale Unterschiede und Handwerkerpreise können die Kosten erheblich beeinflussen.
Förderung Fassadendämmung 2026
Die Fassadendämmung wird über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG EM) gefördert — als Einzelmaßnahme an der Gebäudehülle.
- Grundförderung: 15 % der förderfähigen Kosten (max. Investition: 30.000 € je Wohneinheit)
- Mit iSFP (Sanierungsfahrplan): +5 % = 20 % Förderung
- Technische Anforderung: U-Wert der Außenwand nach Dämmung ≤ 0,20 W/(m²K)
- Antrag: Über KfW (Kredit) oder BAFA (Zuschuss) — VOR Auftragsvergabe
Rechenbeispiel: Fassadendämmung 200 m², Kosten 25.000 €. Förderung mit iSFP: 20 % × 25.000 € = 5.000 € Zuschuss. Eigenanteil: 20.000 €.
Wann lohnt sich die Fassadendämmung?
Die Wirtschaftlichkeit hängt von mehreren Faktoren ab: Ausgangszustand der Fassade, Energiepreisentwicklung und dem geplanten Energiestandard. Als Faustregel gilt:
- Sehr lohnend: Unsanierter Altbau (Baujahr vor 1978), hohe Heizkosten, geplanter Wiederverkauf
- Lohnend: Fassade ohnehin erneuerungsbedürftig (Putzschäden, Feuchtigkeit), Kombination mit Heizungstausch
- Abwägen: Bereits teilgedämmte Fassade, kurze verbleibende Nutzungsdauer
Häufige Fragen zur Fassadendämmung (FAQ)
Brauche ich eine Baugenehmigung für eine Fassadendämmung?
In den meisten Bundesländern ist ein WDVS genehmigungsfrei, solange es die Grenzabstände einhält. Bei Denkmalschutz oder Bebauungsplänen mit Gestaltungsvorgaben ist jedoch eine Genehmigung erforderlich. Vorab beim zuständigen Bauamt anfragen.
Welche Dämmstärke ist optimal?
Für die KfW/BAFA-Förderung muss der U-Wert nach Dämmung ≤ 0,20 W/(m²K) betragen. Je nach Ausgangswand sind 10–18 cm Mineralwolle oder 12–20 cm EPS nötig. Eine bauphysikalische Berechnung gibt die genaue Dämmstärke vor.
Wie lange hält ein WDVS?
Ein fachgerecht ausgeführtes WDVS hat eine Lebensdauer von 30–40 Jahren. Die Qualität der Verarbeitung ist entscheidend — Mängel am Übergang zu Fenstern oder an der Sockelzone führen häufig zu Feuchteschäden.
Fassadendämmung planen und fördern lassen
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