Individueller Sanierungsfahrplan (iSFP): Was er ist, was er kostet und warum er sich lohnt

Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) ist das Herzstück der staatlichen Energieberatung für Wohngebäude. Er zeigt Eigentümern, in welcher Reihenfolge Sanierungsmaßnahmen wirtschaftlich sinnvoll sind — und bringt bei jeder Maßnahme 5 % mehr Förderung.

Was ist der individuelle Sanierungsfahrplan?

Der iSFP ist ein standardisiertes Dokument, das ein zugelassener Energieberater erstellt. Er enthält eine gebäudeindividuelle Empfehlung, in welcher Reihenfolge Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden sollten, um das Gebäude schrittweise auf einen hohen Energiestandard zu bringen.

Zentral ist das Zielgebäude: Der iSFP zeigt, welchen Effizienzstandard das Gebäude nach vollständiger Sanierung erreichen soll (z.B. Effizienzhaus 70 oder 55). Jede Sanierungsmaßnahme wird im Kontext dieser Gesamtstrategie bewertet.

iSFP-Bonus: 5 % mehr Förderung für jede Maßnahme

Der größte Vorteil des iSFP ist der sogenannte iSFP-Bonus: Wer Sanierungsmaßnahmen gemäß seinem iSFP durchführt, erhält bei der BEG-Förderung (Bundesförderung für effiziente Gebäude) zusätzliche 5 % Förderung auf jede Einzelmaßnahme.

MaßnahmeFörderung ohne iSFPFörderung mit iSFP
Fassadendämmung15 %20 %
Wärmepumpe30 %35 %
Fenster & Türen15 %20 %
Dachdämmung15 %20 %

Wer erstellt den iSFP?

Der iSFP darf nur von einem zugelassenen Energieberater erstellt werden, der in der Energieeffizienz-Experten-Liste der dena (Deutsche Energie-Agentur) gelistet ist. Diese Liste wird vom BAFA für die Förderung anerkannt.

Entscheidend: Der Energieberater muss das Gebäude persönlich besichtigen. Fernberatungen ohne Vor-Ort-Termin sind für einen offiziellen iSFP nicht zulässig.

Was kostet ein iSFP?

Die Kosten für einen iSFP hängen von der Gebäudegröße und dem Berater ab. Typische Richtwerte:

  • Einfamilienhaus: 800 – 1.500 €
  • Zweifamilienhaus: 1.000 – 1.800 €
  • Mehrfamilienhaus (bis 6 WE): 1.500 – 2.500 €

Davon übernimmt das BAFA 80 % (bis max. 1.300 € beim EFH plus 500 € iSFP-Zuschlag = bis zu 1.800 € BAFA-Zuschuss). Der Eigenanteil beim Einfamilienhaus liegt oft bei unter 200 €.

So läuft die iSFP-Erstellung ab

  1. Beratungsvertrag — Nach BAFA-Antrag und Bewilligungsbescheid: Beauftragung des Energieberaters
  2. Datenerfassung — Bereitstellung von Bauunterlagen, Heizungsunterlagen, Energieverbräuchen
  3. Vor-Ort-Begehung — Technische Inspektion aller relevanten Gebäudeteile (Hülle, Technik, Keller, Dach)
  4. Analyse & Berechnung — Erstellung der Berechnungen nach DIN 18599 oder Bedarfsausweis-Methodik
  5. iSFP-Dokument — Übergabe des standardisierten Fahrplans mit Maßnahmenempfehlungen, Prioritäten und Fördermitteln
  6. Umsetzungsgespräch — Erläuterung der Maßnahmen, Fragen klären, nächste Schritte definieren

Häufige Fragen (FAQ)

Bin ich verpflichtet, alle iSFP-Maßnahmen umzusetzen?

Nein. Der iSFP ist eine Empfehlung, keine Verpflichtung. Sie können einzelne Maßnahmen auswählen und in Ihrem eigenen Tempo umsetzen — und trotzdem den iSFP-Bonus nutzen.

Wie lange ist der iSFP gültig?

Der iSFP selbst hat keine offizielle Verfallsdauer, aber die BAFA-Förderung läuft ab, wenn die Maßnahmen nicht innerhalb des festgelegten Zeitraums beantragt werden. Sprechen Sie Ihren Berater auf aktuelle Fristen an.

Gilt der iSFP-Bonus auch für Wärmepumpen?

Ja. Für alle BEG-förderfähigen Einzelmaßnahmen — einschließlich Wärmepumpe, Biomasse-Heizung und Solarthermie — gilt der iSFP-Bonus von +5 %.

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